Religion aus der atheistischen Perspektive: Einleitung


Religion gegen Atheismus ist vielleicht die, oft von beiden Seiten, am emotionalsten geführte Diskussion in unserer Gesellschaft, die keinen (direkten) politischen Bezug hat. Mit so viel Eifer wird sie deshalb geführt, weil sie, wenigstens auf einer Seite, für viele Menschen am Kern dessen rührt, was ihr Selbstbild ausmacht oder wovon sie sich                                                                                    zumindest wünschen, es würde den Kern                                                                                    ihres Wesens darstellen.

Gleichzeitig wehren sich Atheisten und Antitheisten oft kaum weniger heftig gegen den gesellschaftlichen Einfluss von Religion auf Gesellschaft und Politik und damit auch auf das Leben der Nicht-Religiösen, die sie für unangemessen halten und für sich ablehnen. Oft müssen sich die Skeptiker dabei den Vorwurf gefallen lassen, wie wären nicht weniger missionarisch als die streng Religiösen.


In meiner vierteiligen Reihe „Religion aus der atheistischen Perspektive“ möchte ich die Diskussion aus der Sicht eines Nicht-Religiösen sachlich zusammenfassen. Dabei begegne ich als „bekennender Nicht-Gläubiger“ dem Phänomen Religion vor allem mit einem wissenschaftlichen und dabei vor allem kulturwissenschaftlichen Interesse.
Dabei ist bereits der Begriff „Atheist“ oder „Nicht-Gläubiger“ nicht unproblematisch, definiert er doch den eigenen Standpunkt mit der Abwesenheit einer Eigenschaft, die demnach als „normal“ anzusehen ist. Das mag auch für eine lange Zeit der Menschheitsgeschichte gegolten habe, doch, wie sich im Verlauf dieser Serie zeigen wird, muss eine rationale Betrachtung heute zum gegenteiligen Ergebnis kommen.

Im ersten Teil „Genese einer Religion“ soll die Entstehung von Religion im Mittelpunkt stehen. Wie entsteht ein religiöser Mythos und welchen Zwecken dient er. Im zweiten Teil „Religion und Wissenschaft“  geht es um ein anderes Gegensatzpaar, von dem die eine Seite behauptet, es stünde sich unvereinbar gegenüber, während die andere Seite sie im Einklang mit einander sieht.
Im dritten Teil „Religiöse Werte und gute Werke“ geht es um den Einfluss der Religion auf unsere heutige Gesellschaft und die Argumentation, die eine Berechtigung der religiösen Einflussnahme mit den stabilisierenden Handlungen und ethnischen Grundlagen der Religion gegeben sehen.
Im letzten Teil nehme ich mir schließlich den größten Brocken vor: Gibt es einen „Gott“? Und wenn, ist er der Lenker unserer Welt? Ist er verehrungswürdig?

Ich hoffe, meine Leser haben ebenso viel Spaß beim Lesen dieser Reihe, wie ich Schreiben hatte. Beim ernsthaften Versuch, sachlich zu bleiben und Emotionen und insbesondere Abneigungen nach Möglichkeit nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, bleibt die Perspektive eine atheistische. Deshalb gilt hier, was der Komiker Tim Minchin seinem Publikum vor seinem Song „Ten Foot Cock And A Few Hundred Virgins“ auf den Weg gab:“If you are a religious person, you might want to pop out for a couple of minutes.”

Als kleinen Gegenpol zur (religiösen) Besinnlichkeit der Vorweihnachtszeit habe ich meine vier Kapitel auf die Adventssonntage gelegt.

Religion aus der Atheistischen Perspektive:
27.11. (1. Advent) Teil 1: Genese einer Religion
04.12. (2. Advent) Teil 2: Religion und Wissenschaft
11.12. (3. Advent) Teil 3: Religiöse Werte und gute Werke
18.12. (4. Advent) Teil 4: Gott

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