Archiv der Kategorie: Medien

Wenn politische Kommunikation so richtig schief geht

„Virtue Signaling gone wrong“ wollte ich diesen Text eigentlich zunächst überschreiben. „Virtue Signaling“ bezeichnet angebliche Kommunikation mit der Allgemeinheit, mit der aber eigentlich nur die eigene politische Blase erreicht werden soll. Oft passiert das in einer geradezu theatralischen Weise, die das Gesagte für Nicht-Eingeweihte fast wie eine Karikatur wirken lässt. Erst wenn man es als Schauspiel für ein ganz bestimmtes Publikum begreift, dem damit Loyalität und Zugehörigkeit signalisiert wird, ergibt es Sinn.

Und damit sind wir bei einer weiteren vollkommen überflüssigen Debatte in der deutschen Politik- und Medienwelt. Und wenn wir hier schon mit Social-Media-Slang um uns werfen, wäre ich für den Hashtag „#Vollhorst“.

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Gefangen in einem „fremden“ Land?

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Das Zusammentreffen von Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen im Strafvollzug ist ein durchaus brisantes Thema. Wo das Zusammenleben bereits in Freiheit nicht immer harmonisch und konfliktfrei abläuft, erfordern die beengten Verhältnisse in Justizvollzugsanstalten noch mehr Toleranz und Rücksichtnahme, da dort die Handlungsmöglichkeiten noch weiter eingeschränkt ist und die Chance, sich im Konfliktfall einfach aus dem Weg zu gehen, nicht besteht. Das Leben hinter Gittern stellt nicht nur einen Querschnitt des Gesellschaft da, sondern ist vor allem einen Blick auf die problematischen Randbereiche durch ein Brennglas. 

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Alles nur Show?

Es gibt diesen wunderbaren Moment…im Oktober 2004 war Jon Stewart, Moderator der „Daily Show“ auf Comedy Central, Gast bei der mittlerweile eingestellten CNN-Sendung „Crossfire“. Konzept der Sendung war, konservative bis rechte Positionen auf liberale bzw. linke Ansichten prallen zu lassen. Illustriert wurde das auch durch die Moderatoren-Duos, von denen jeder eine Seite vertrat.
Im Laufe des Gesprächs warf Stewart seinen Gastgebern vor, eine politische Diskussion nur zu simulieren und gerade damit eine echte inhaltliche Auseinandersetzung unmöglich zu machen. Den Widerspruch des eingeschnappten „konservativen“ Moderators Tucker Carlson kontert Stewart mit den Worten: „Das hier ist Theater. Wie alt bist du? …und du trägst eine Fliege?“

Szenenwechsel: Im Jahr 2011 begann Spiegel Online mit regelmäßigen Kolumnen. Dabei stach besonders das Gegenteilpaar von Jan Fleischhauer für die konservative Seite und Jakob Augstein als Vertreter des linken Spektrums hervor, die im wöchentlichen Rhythmus mehr oder weniger aktuelle Ereignisse kommentieren und dabei teilweise auch auf die vorherige Veröffentlichung des jeweils anderen reagieren.

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The Next Big Thing

Wie oft hat man den Satz schon gelesen: Band XY sind die neuen Band AB…wobei Band AB vorzugsweise 30 Jahre im Geschäft ist und, zumindest in ihrer Anfangszeit, eine Reihe unsterblicher Klassiker geschaffen hat, während Band XY gerade mal ein oder zwei ganz nette Alben auf dem Markt hat, die stilistisch irgendwo zwischen „an Band AB angelehnt“ und „dreist geklaut“ liegen. Aber woher kommt diese Sehnsucht nach dem, was die Amerikaner „The Next Big Thing“ nennen? Weiterlesen

Medienlandschaft: Online vs Print

Die Zeitungskrise ist kein neuer Begriff. Seit Jahren haben die gedruckten Zeitungen mit Auflagenrückgängen zu kämpfen, schrumpft der Anzeigenmarkt. Der andauernde Trend, die eigenen Inhalte im Internet kostenlos zur Verfügung zu stellen, hat das Problem eher verschlimmert, auch wenn (oder gerade weil) viele das Angebot gerne annehmen.
Im Musiksektor stehen die gedruckten Medien ihren eigenen Online-Angeboten gegenüber, für die sie aber mittlerweile nicht selten auch ein Entgelt verlangen und damit ihren Kollegen von den konventionellen Medien einen Schritt voraus sind. Zumindest im deutschsprachigen Raum einer breiten Palette an Online-Magazinen. Weiterlesen

Medienlandschaft: Abschwung bei den Onlinern?

So lange ist es noch gar nicht her, da schossen Onlinemagazine wie Pilze ins World Wide Web. So mancher schien einen einfachen Weg zu kostenlosen CDs und freien Konzerten gefunden zu haben, doch von den Meisten dieser Magazine hat man von Anfang an wenig und schon bald nichts mehr gehört. Natürliche Auslese könnte man mit Recht sagen, aber seit einiger Zeit sind es nicht nur die dilletantischen Fanzines, die verschwinden, es wackeln auch immer mehr langjährig aktive, etablierte Medien. Weiterlesen