Mega-Lockdown? Es gab immer noch gar keinen Lockdown!

Eigentlich wollte ich zum Thema Corona bis auf weiteres nichts mehr schreiben. Die Fronten sind relativ klar, die Rollen verteilt. Die Covidioten spielen die immer gleichen Platten mit Scheinargumenten, die angeblich seriösen Rechten zeigen Verständnis (aber versuchen den Eindruck zu vermeiden, selbst Aluhüte zu tragen). Das ist hier im Blog so, wie draußen in der freien Wildbahn. Problematisch ist, dass wir dabei die Diskussion noch immer (und wie bei vielen anderen Themen) mit wirklichkeitsverzerrenden Begriffen führen.

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Schluss mit Wachstum Teil 7 – Der Markt regelt gar nichts

„Der Markt regelt das, die Politik sollte sich da nicht einmischen.“ Das ist das Jahren das Mantra vieler selbsternannter „Liberaler“ und „Konservativer“. „Der Markt“ würde bessere Ergebnisse liefern, eine Art Schwarmintelligenz würde am Ende schon die beste Lösung für jede erdenkliche Frage finden.

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Triage

Es gibt diesen einen Begriff, der durch die Corona-Diskussionen wabert. Die, die schon mal mit dem Thema zu tun hatten, schaudern bei dem Gedanken. Viele ahnen, dass es dabei um nichts Gutes geht und einige schieben das Thema weit von sich. Die Rede ist von der „Triage“.
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Schluss mit Wachstum – Überblick

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Übersicht über meine „Schluss mit Wachstum“-Reihe anbieten, die ich in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder um neue Aspekte erweitere.

1. Der Ursprungstext Schluss mit Wachstum war eigentlich gar nicht als Beginn einer Serie gedacht, als er kurz vor Weihnachten 2011 im (heute nicht mehr aktiven) Blog „der Spiegelfechter“ erschien. Er bietet einen guten ersten Überblick über meine Gedanken zum Thema Wachstum und spricht verschiedene Aspekte an, die teilweise in späteren Artikeln ausgebaut werden.

2. Schluss mit Wachstum Teil 2 – Wachstum ohne Ressourcenverbrauch und Verschmutzung beschäftigt sich mit der Frage, ob ressourcenschonendes Wachstum überhaupt möglich ist und inwieweit das unserer heutigen Vorstellung von Wachstums zuwiderläuft.

3. Schluss mit Wachstum Teil 3 – Es gibt kein Wundermittel nimmt den Faden aus dem zweiten Teil noch mal auf und befasst sich mit der Idee, eine wie auch immer geartete technische Entwicklung würde uns ermöglichen, unseren wachstumsgetriebenen Lebensstil auch in Zukunft weiter verfolgen zu können, ohne den Preis dafür zu zahlen.

4. In Schluss mit Wachstum Teil 4 – Haltbarkeit geht es darum, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck durch die Nutzung von haltbareren Produkten verkleinern könnten, wie das aber der Idee ständigen Wachstums widerspräche.

5. Im Text Schluss mit Wachstum – Exkurs: Digitalisierung geht es darum, wie die Digitalisierung unser Konzepte von Lohnarbeit, Vollbeschäftigung etc. in naher Zukunft weitgehend obsolet machen wird und welche Auswirkungen das auf die Idee des Wachstums haben kann bzw. ob das die nötigen Entwicklungen, uns vom Wachstumsfetisch zu lösen, nicht ohnehin erzwingen wird.

6. Schluss mit Wachstum Teil 5 – Schluss mit Werbung befasst sich (zusätzlich zum Thema „geplante Obsoleszenz aus Teil 4) mit den Methoden, durch die wir zu immer mehr (unnötigem) Konsum ermuntert werden sollen und wie ein Ende dieses Konsumierens um jeden Preis ein wichtiger Baustein zu einer nachhaltigen Wirtschaftsform wäre.

7. Schluss mit Wachstum Teil 6 – Teilen, Teilen, Teilen befasst sich mit der Frage, ob nicht mehr Menschen sie selben Produkte nutzen könnten, um die Verschwendung von Ressourcen einzudämmen, ohne dabei unseren Lebensstandard zu verringern.

8. Schluss mit Wachstum – Exkurs 2: Es ist nur Geld stellt die Frage, inwieweit unsere kulturelle Perspektive auf Geld (inklusive verschiedener Missverständnisse über „Vermögen“ und „Reichtum) uns daran hindern, uns von der Fixierung auf Wachstum zu lösen.

9. Schluss mit Wachstum Teil 7 – Der Markt regelt gar nichts befasst sich mit der Frage, ob der Markt als steuernde Instanz brauchbar ist.

Postfaktisch 2.0 – Deep Fakes

Vielleicht sind ja einige schon mal über dieses Video des Youtubers Vocal Synthesis gestolpert, in dem er verschiedene ehemalige US-Präsidenten den NWA-Song „Fuck The Police“ rappen lässt. Hier werden nicht etwa echte Ton-Fetzen aneinandergereiht, sondern eine Software wurde darauf trainiert, Stimme, Tonfall usw. der Betreffenden so perfekt wie derzeit möglich nachzuahmen.
Im Audio-Bereich ist das eines der eindrucksvolleren Beispiel für das, was als „synthetic media“, also künstliche Aufzeichnungen, bezeichnet und die Beurteilung für Realität und Fakten auf den Kopf stellen wird.

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Filterblasen und alternative Universen

Wir kennen Spiegeluniversen vor allem Science Fiction Romanen und Filmen. In Star Trek tauchen wiederholt Charaktere aus einer anderen Dimension aus, die ihren Pendants in unserer Welt fast zum Verwechseln ähnlich sehen, aber charakterlich das komplette Gegenteil darstellen. Der bärtige Spock, ein brutaler sadist, hat es gar zu musikalischen Ehren gebracht.

Zunehmend könnte man auch bei uns das Gefühl bekommen, dass die unterschiedlichen Teile des politischen Spektrums in unterschiedlichen Welten leben. Wir sind noch nicht ganz an dem Punkt, an dem etwa die USA angelangt sind, aber wir nähern und in erschreckend schnellen Schritten. Und dieses Bild von den verschiedenen Welten dürfte zutreffender sein, als vielen von uns klar ist.

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Wenn politische Kommunikation so richtig schief geht

„Virtue Signaling gone wrong“ wollte ich diesen Text eigentlich zunächst überschreiben. „Virtue Signaling“ bezeichnet angebliche Kommunikation mit der Allgemeinheit, mit der aber eigentlich nur die eigene politische Blase erreicht werden soll. Oft passiert das in einer geradezu theatralischen Weise, die das Gesagte für Nicht-Eingeweihte fast wie eine Karikatur wirken lässt. Erst wenn man es als Schauspiel für ein ganz bestimmtes Publikum begreift, dem damit Loyalität und Zugehörigkeit signalisiert wird, ergibt es Sinn.

Und damit sind wir bei einer weiteren vollkommen überflüssigen Debatte in der deutschen Politik- und Medienwelt. Und wenn wir hier schon mit Social-Media-Slang um uns werfen, wäre ich für den Hashtag „#Vollhorst“.

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Privileg

Ich habe eine ganze Weil überlegt, ob und wie ich diesen Text schreiben soll. Der erste Instinkt nach den Unruhen in den USA wäre, über Rassismus in den USA zu schreiben. Das können andere vermutlich besser, die näher an der Situation sind. Davon abgesehen haben solche Texte auch schnell einen gewissen Zoo-Effekt. Man schaut von außen auf ein scheinbar weit entferntes Problem, mit dem man selbst nichts zu tun hat. Der zweite Ansatz war, über Rassismus bei uns zu sprechen. Das wäre durchaus nötig. Aber als von Rassismus nicht selbst betroffener finde ich es gerade jetzt problematisch, für mich in Anspruch zu nehmen, als weißer Mann dem Publikum dieses Thema erklären zu wollen. Gerade jetzt melden sich immer mehr Betroffene zu Wort und die Bühne zu diesem Thema sollte ihnen gehören. Diesen Menschen sollte man zu diesem Thema endlich mal zuhören und glauben. Die meisten Menschen in der Mehrheitsgesellschaft würden das Meiste, was die betroffenen von Rassismus an Ausgrenzung, Erniedrigung bis zu Gewalt erleben, selbst nicht tun. Sicher ist, dass sie es nie am eigenen Leib erleben. Vermutlich fällt es manchem aus diesen Gründen schwer, zu glauben, was berichtet wird. Aber nur weil mir etwas nicht passiert, bedeutet nicht, dass es niemandem passiert – im Guten wie im Schlechten.

Der dritte Ansatz ist, über meine Perspektive zu schreiben und mir Gedanken darüber zu machen, was es bedeutet als weißer, heterosexueller Mann ohne Behinderungen zu leben. Es geht um Privilegien. Und genau davon soll dieser Text handeln.

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Corona in der Glaskugel

Corona und kein Ende. Egal ob hier im Blog, in den großen Medien oder zuhause am Küchentisch, das Thema Corona dominiert die Debatte. Auch beim Blick in die Zukunft stellt sich die Frage nach Folgen und Konsequenzen der Pandemie. Der folgende Text soll einige Aspekte in verschiedenen Zeithorizonten beleuchten.

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Jetzt also ohne Fallschirm?

0,7 – das könnte die Zahl sein, die uns an diesem Wochenende Hoffnung macht. Das Robert Koch-Institut hatte Ende der Woche gemeldet, dass die sogenannte Reproduktionsrate des Coronavirus in Deutschland unter 1 gesunken ist und sich sogar auf 0,7 zubewege. Die Reproduktionsrate gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter neu ansteckt. Bei einer Rate von 1 für ein Infizierter im Schnitt eine weitere Person. Die Anzahl der aktiven Fälle bliebe also Stabil. Ein Grund zur Freude? Ja aber…

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