Monatsarchiv: November 2011

Religion aus der atheistischen Perspektive: 1. Genese einer Religion

Im ersten Teil meines atheistischen
Quartetts soll es um die Grundlagen von Religion gehen. Was ist eine Religion, wie entsteht sie, welchen Zweck erfüllt sie und wie entwickelt sie sich über die Zeit. Es geht hier zunächst vor allem darum, eine Informationsgrundlage und eine klare Definition für die weiteren Folgen der Serie festzulegen und einen nüchternen Blick auf das Phänomen Religion als Ganzes zu werfen.

Was ist Religion? 

Eine einzige allgemein anerkannte Definition von Religion existiert nicht. Die Uneinigkeit beginnt bereits mit der Wortherkunft, ob etwa das lateinische „religio“, das Wieder-Verbinden mit dem Göttlichen, oder „relegere“, das Wieder-Lesen der Mythen.
Eine klassische (substantivistische) Definition wäre die Sphäre der Heiligen und Übernatürlichen. Damit lassen sich allerdings ausschließlich die so genannten „Hochreligionen“ bearbeiten, da viele Anhänger animistischer Religionen, die von einer beseelten Natur ausgehen, und an Göttern, Geistern und Ahnen überhaupt nichts übernatürliches finden können. Weiterlesen

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Wie es so weit kommen konnte

Deutschland diskutiert über rechten Terror. Kein anderes Thema hat in den letzten Tagen die Schlagzeilen derart dominiert. Diskutiert werden die Versäumnisse der Ermittlungsbehörden und ob es eine allgemeine Tendenz gibt und gegeben hat, bei Straftaten aus dem rechten Milieu nicht so genau hinzusehen. Diese Frage ist zwar noch nicht geklärt, aber sie wird zumindest (für den Moment) ausgiebig diskutiert. Deutlich weniger im Mittelpunkt steht die Frage, welches gesellschaftliche und politische Klima dazu führen konnte, dass sowohl die Taten, als auch der Umgang damit, überhaupt stattfinden konnte. Die Antwort hat viel mit der Migrationsgeschichte der Bundesrepublik nach dem Krieg zu tun, dem kalten Krieg und natürlich mit den personellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit.

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Das isser ja wieder

Haben wir ihn vermisst? Um ehrlich zu sein, haben die meisten in den letzten sechs Monaten wohl nicht all zu viele Gedanken an Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg verschwendet. Warum auch, könnte man sagen, der überführte Betrüger (und um nichts anderes als Betrug handelt es sich schließlich beim bewussten und großflächigen Plagiieren in einer Doktorarbeit), hat sich mit Schwung selbst ins Aus befördert und wird kaum wieder den Weg auf die politische Bühne finden. Auch ich war mir ehrlich gesagt relativ sicher, dass Guttenberg aufgrund seiner gegelten…’schuldigung, gesalbten Herkunft sicher in einige angenehme Positionen umsteigen, kaum aber über die Chuzpe verfügen dürfte, erneut öffentliche Ämter in Angriff zu nehmen. Da ich meine Fehler eingestehen kann, tue ich das hiermit: Scheinbar habe ich mich geirrt.

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We Will Remember…zum 20. Todestag von Freddy Mercury

Seine Stimme war eine der markantesten in der Geschichte des Rock. Mit seiner Band QUEEN schuf er Dutzende von zeitlosen Hits, mit denen er die Grenzen zwischen Rock und Pop übersprang und verwischte. Am 24.November 1991 starb Freddy Mercury im Alter von 45 Jahren. Weiterlesen

Religion aus der atheistischen Perspektive: Einleitung


Religion gegen Atheismus ist vielleicht die, oft von beiden Seiten, am emotionalsten geführte Diskussion in unserer Gesellschaft, die keinen (direkten) politischen Bezug hat. Mit so viel Eifer wird sie deshalb geführt, weil sie, wenigstens auf einer Seite, für viele Menschen am Kern dessen rührt, was ihr Selbstbild ausmacht oder wovon sie sich                                                                                    zumindest wünschen, es würde den Kern                                                                                    ihres Wesens darstellen.
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Stuttgart 21: (K)Ein Ende in Sicht

In genau sieben Tagen soll es endlich Gewissheit geben. Eine Volksabstimmung soll entscheiden, ob der Stuttgarter Hauptbahnhof im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 unter die Erde verlegt werden soll oder nicht. Ob sich am kommenden Sonntag tatsächlich eine abschließende Lösung auch nur andeutet, ist dabei mehr als fraglich.

Beobachter gehen im Moment davon aus, dass die Gegner des Projekts eine solide Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichen werden. Als Anzeichen gelten etwa die (wenn auch nicht mehr auf dem Niveau vom Jahresbeginn) stabilen Teilnehmerzahlen bei den Protestkundgebungen, während der Zulauf bei den Veranstaltungen der Befürworter eher überschaubar ist. Das mag sogar stimmen, doch selbst wenn am 27. eine deutliche Mehrheit der Stimmen gegen einen Weiterbau votiert, sind die Chancen, das Quorum von 30% aller Wahlberechtigen zu erfüllen, relativ gering. Genau das ist aber die Hürde, soll das Ergebnis der Abstimmung rechtsverbindlich sein (mal ganz davon abgesehen, dass noch immer umstritten ist, ob das Projekt zu jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch zur Abstimmung gestellt werden kann). Befürworter des Projekts müssten also am kommenden Sonntag eventuell nicht mal in die Wahllokale gehen, um den Erfolg der Abstimmung zu verhindern. Umgekehrt werden so allerdings auch alle Nicht-Wähler als Befürworter gezählt. Das ist mindestens fragwürdig.

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Wo stehen Linke und Piraten?

In den ersten beiden Teilen dieser Serie habe ich mich mit den Situationen im rot-grünen und im schwarz-gelben Lager beschäftigt. Im dritten und letzten Teil geht es um die Linke und die Piraten, die auf der politischen Landkarte nicht unbedingt einem Lager zuzuordnen sind. Es sind einfach die verbliebenen Parteien, denen man nach heutigem Stand den Einzug in den nächsten Bundestag zutrauen kann. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch zwischen diesen Beiden Gemeinsamkeiten gibt. Bei ihnen ist eine Regierungsbeteiligung nach der nächsten Wahl nicht zu erwarten, außerdem teilen sie sich einige gemeinsame Probleme.

Ohne Kompass auf Kaperfahrt

Die Piraten sind wohl die Überraschung der Saison. Spätestens nach den beachtlichen Stimmenzuwächsen bei der Landtagswahl in Berlin wird die junge Partei deutlich weniger belächelt und können sich vor Aufmerksamkeit in den Medien, die an diesem Ergebnis durchaus ihren Anteil haben, kaum retten. Hohe einstellige Ergebnisse werden ihr sogar auf Bundesebene zugetraut, die 5%-Hürde schein kein Hindernis darzustellen. Manch etablierte Partei wäre froh über diese Perspektive.

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